Der Krieg zwang Ayman* aus dem Südsudan gleich zweimal zur Flucht. Nachdem er neun Jahre als Geflüchteter im Sudan gelebt hatte, blieb ihm 2023 nur noch die Überquerung des Mittelmeers.
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TW: Schilderungen von Gewalt
Die #EU will die Befugnisse und operativen Kapazitäten von #Frontex ausweiten. Doch eine Verschärfung der Grenzkontrollen wird nichts an den humanitären Folgen der europäischen Migrationspolitik ändern. Oberste Priorität müssen der Schutz von Menschenleben und die Wahrung der Menschenrechte haben – nicht die Abschreckung von Menschen, die versuchen, Europas Küsten zu erreichen. (1/4)
Die europäische Überwachung aus der Luft muss der Rettung von Menschenleben dienen, nicht dem Abfangen von Booten. Beobachtungen auf See müssen Rettungsmaßnahmen auslösen und dürfen nicht dazu beitragen, Menschen nach #Libyen zurückzubringen. (3/4)
Heute Morgen entdekte unser Flugzeug ALBATROSS ein Schlauchboot mit ca. 25 Menschen in Seenot in internationalen Gewässern der maltesischen Such- und Rettungsregion. Ein Schiff der libyschen Küstenwachen fing das Boot ab. Unsere Crew versuchte, sie zu kontaktieren und wies darauf hin, dass sie sich in der maltesischen SRR befanden. (1/5)
Während ALBATROSS wegen begrenztem Treibstof zurück nach Lampedusa flog, entdeckte unsere Crew 10 Menschen auf einem weißen Schlauchboot. ALBATROSS setzte ein Mayday Relay ab, auf das dasselbe Boot der italienischen Küstenwache reagierte wie zuvor. (5/5)
Am 13. Mai rettete die Ocean Viking 56 Menschen von einem überfüllten Boot in Seenot. Unter ihnen befand sich Teosil*. Er wurde leblos aufgefunden und konnte nicht wiederbelebt werden. Klinische Befunde deuten darauf hin, dass er bereits Stunden vor der Rettung verstorben war. (1/5)
Europäische Staaten versagen nicht ausschließlich bei der Seenotrettung, sondern auch bei der Bergung, Identifizierung und würdigen Rückführung der im Mittelmeer Verstorbenen. Die Zivilgesellschaft muss wieder einmal einspringen. Teosils* Familie hat nun zumindest einen Ort, an dem sie trauern kann. Tausende Angehörige haben dies nicht. (4/5)
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🎥: Marie Tihon (5/5)
Die EU plant weitere 25 Mio. € in die Kontrolle von Fluchtbewegungen im Osten Libyens zu investieren. Damit weitet sie ihre Kooperation mit Warlord Khalifa Haftars Machtapparat aus, welcher international nicht anerkannt ist. (1/3)
Als Seenotrettungsorganisation berichten uns Überlebende regelmäßig von einem System aus Folter, Menschenhandel, sexualisierter Gewalt und Erpressung in #Libyen. 31 Organisationen warnen vor einer weiteren Vertiefung dieser Zusammenarbeit. (2/3)
Wer Fluchtwege blockiert, ohne sichere Alternativen zu schaffen, riskiert, Menschen in einem System von Gewalt und Ausbeutung zurückzulassen. Wir appellieren an die EU, ihrer menschenrechtlichen Verantwortung gerecht zu werden.
👉 infomigrants.net/en/post/741… (3/3)
🚨 20 Menschen werden seit Sonntag vermisst. Unser Flugzeug #AlbatrossUNO hatte das Boot in Seenot gesichtet und die Behörden mehrfach mit aktualisierten Koordinaten alarmiert. Eine koordinierte Suchaktion bleibt weiterhin aus.
Wo sind sie?
Das Mittelmeer wird von staatlichen Akteuren überwacht. Aber nicht, um Menschen zu retten, sondern um sie abzufangen.





