Simon R retweeted
Alena Jabarine war bei uns @UniSiegen zu Gast: Wir besprachen ihr Buch "Der letzte Himmel" und die inzwischen katastrophale Situation der Menschen in Gaza und Westjordanland. Fazit des Abends: nichts ist weniger unschuldig, als den Dingen einfach ihren Lauf zu lassen. (Bourdieu)
Simon R retweeted
„staatliche Unterstützung für diese Leute zukünftig streich[en]“, „… eine geänderte Gedenkkultur“
Ob es so klug ist, deutschen Menschen jüdischen Glaubens offen zu drohen?
juedische-allgemeine.de/poli…
Das ist völlig in Ordnung. Jeder wie er will. Wenn sie Herrn Landtagsvizepräsident Tillschneider als offizieller Vertreter des Landtages, sowie maßgeblicher Vertreter der zukünftigen Regierungspartei nicht dort haben wollen, ist dies in Ordnung.
Ebenfalls völlig in Ordnung ist es auch, wenn die AfD Regierung dann etwaige Fördergelder/staatliche Unterstützung für diese Leute zukünftig streicht. Und über eine geänderte Gedenkkultur dürfen gerade die sich dann auch nicht beschweren. Es kann keiner sagen Tillschneider und die AfD wären nicht zum Dialog bereit gewesen.
Simon R retweeted
Replying to @b_placeless
Na ja, ich betreibe keine Diskursanalyse als Ontologie, das war klar eine pragmatisch-argumentationsanalytische Kritik. Ich verweigere dir aber durchaus deinen reklamierten epistemischen Sonderstatus („Analyse, nicht Meinung") und bestehe darauf, dass auch eine materialistische Analyse in Sprache formuliert ist und rhetorische Strukturen aufweist (Alles-oder-nichts, Fatalismus, Gewaltimplikation), die kritisierbar sind, ohne dass ich damit bestreite, dass die materielle Dynamiken die entscheidenden Hebel sind. Aber die materialistische Analyse ist immer auch diskursive Technik, also muss ihre Sprache kritisierbar bleiben, ohne das ich die Axiome der materialistische Analyse wiederlegen müsste.
Simon R retweeted
Replying to @SimonPR_3 @Mausebaer17
Das Polizeirecht erlaubt eine präemptive Rahmung — der Beamte behauptet Straftatbestand, handelt daraufhin mit Gewalt, und selbst wenn die rechtliche Grundlage später wegfällt, bleibt die Gewalt durch den nachträglichen Widerstandsvorwurf gedeckt. Das ist das strukturelle Problem
Simon R retweeted
Replying to @SimonPR_3 @Mausebaer17
Gewalt-Monopols rahmen, und noch versuchen Anzeige wegen Widerstand gegen Beamte bei Amtstätigkeit erneut einen juristischen, präemptiv behaupteten Hebel einsetzen, um das Übermaß an Gewalt durch Rahmung der Gegenseite als gewalttätigen Störer im Vornherein zu neutralisieren.
Simon R retweeted
Replying to @SimonPR_3 @Mausebaer17
die strukturell übergriffe Situation. Sobald Widerstandshandlung unterstellt wird, kann diese mit Gewalt gebrochen werden, selbst wenn der Richter dann die "illegale Parole" als nicht vorhanden festgestellt, kann die Polizei ihre Gewalt noch als notwendige Durchsetzung des
Simon R retweeted
Replying to @Mausebaer17
Ich kann die persönliche Radikalisierung nachvollziehen. Bei der Palästina-Solidarität in Berlin ist es wirklich ein böses Spiel. Polizist meint Straftatbestand/§130 erfüllt, erlaubt Entfernung aus der Menge und Fixierung sowie Gewalt gegen jeden Widerstand, hier entsteht dann
Während der militärische Fachbegriff „hybride Kriegsführung“ eine Mischung von Techniken beschreibt, geht es bei der „hybriden Bedrohung“ im politischen Diskurs um die Konstruktion einer diffuse Gefahr, die mit einer klaren Haltungs- und Handlungserwartung verbunden wird: man muss etwas dagegen tun.
Der Begriff erzeugt also einen Handlungszwang, ohne dass die Bedrohung konkret benannt werden muss. Durch den fachsprachlichen Anstrich wirkt die Diagnose präziser, als sie ist.
Die Unschärfe des Begriffs wird nicht als Schwäche sichtbar, sondern als „Topos der düsteren Gefahrenprognose“ etabliert . Das ist ein rhetorischer Trick, kein analytisches Präzisionswerkzeug.
Diese Verdachtssemantik hat eine weitere wichtige Folge: Kritiker oder Zweifler an der Bedrohungserzählung werden selbst verdächtig gemacht: sie gelten als „naiv“ oder gar als Sympathisanten der vermuteten Bedrohungsquelle .
Darin liegt ein Disziplinierungs- und Polarisierungspotenzial, das eine Freund-Feind-Rhetorik begünstigt.
„Hybride Bedrohung“ in Presse und Politik: Diffuse Gefahr im Anstrich fachsprachlicher Präzision - Beobachtungen zur gegenwärtigen Diskurslandschaft im @diskursmonitor
➡️diskursmonitor.de/review/hyb…
Simon R retweeted
Replying to @nkalamb
I do but there are no details that allow for that evaluation. That institute doesn't have a history of being part of the bioweapons program, but they are plague experts. There's no information about the bacterial genome & no available sequence. And plague is unconfirmed. Whether that's the truth or not is impossible to say without more hard evidence and not hot takes on Twitter
Simon R retweeted
Als Deutscher musst du immer damit rechnen, dass dir mitten in deinem schönen Antiantisemitismus-Artikel dein nationales Unterbewusstsein mit einer Holocaust-Relativierung reingrätscht.
Simon R retweeted
Poschardt meets Sellner.
sezession.de/71248/berlin-et…
Simon R retweeted
Die Exzellenzinituative ist nichts anderes als politische Verschleierung der katastrophalen Zustände an deutschen Unis/Hochschulen. Durch viele Decken kommt das Wasser, Gebäude mit Schimmel, die Technik oft mangelhaft, Bildungsniveau sinkt in der Breite.
Simon R retweeted
Replying to @SimonPR_3 @comandingo
(PS: was Giorgio Agamben hier 1998 macht ist die phänomenologische und biopolitische Grundlegung dessen was Achille 2003 als "Nekropolitics" formuliert: Die Lager haben den Muselmann als lebenden Toten produziert, um die Macht des Regimes über das Leben selbst zu demonstrieren👇🏼)
Simon R retweeted
"Nomos der Moderne". Das Unheimliche, das sich hier offenbart: Menschsein keine feste ontologische Kategorie ist, sondern eine fragile, jederzeit verlierbare Zuschreibung. Die Lager haben in gewisser Weise bewiesen, dass der Mensch bis zu einem Punkt reduziert werden kann,
Simon R retweeted
Schweigen der durch Entmenschlichung Entsubjektivierten, für den die Überlebenden Zeugnis ablegen müssen, während deren Sprache selbst an die Grenzen dieser stößt, wenn es darum geht, das unaussprechliche Grauen dieser Prozedur überhaupt sprachlich symbolisieren zu können)
Simon R retweeted
Genau deshalb ist dieser Kontext alles andere als „nichtssagend“. Er ist absolut zentral für die Aufrechterhaltung der Erinnerung an den Holocaust, und zur Frage, wie & ob überhaupt Zeugnis abgelegt werden kann, über Sachverhalte die sich doppelt der Sprache entziehen (durch das
Simon R retweeted
während die Überlebenden (Primo Levi nannte sie die „Geretteten“) nicht die wahren Zeugen sind, sondern die Muselmänner, die "Ertrunkenen", deren Zustand die Überlebenden nur indirekt bezeugen können. Deren Zeugnis ist gebrochen, unvollständig von einer tiefen Scham durchzogen.
Simon R retweeted
Es geht hier also absolut nicht um Albanese, sondern um die Aporie des Zeugnisses. Die Shoah ist diskursiv kaum herstellbar, weil die eigentlichen Zeugen der fast vollständigen Entsubjektivierung (die Muselmänner) nur noch durch ihr Schweigen die Zerstörung ihres Selbst bezeugen,
Simon R retweeted
das Paradox der Zeugenschaft entsteht, denn der Muselmann kann weder juristisch diskursiv das Erlittene bezeugen, noch historisch sprachlich Zeugnis ablegen. Es ist die paradoxe Figur eines Sprechens, das aus dem Schweigen kommt und zugl. die Unmöglichkeit des Sprechens bezeugt,












